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Nil 6 650 km · Amazonas 6 400 km · Jangtse 6 380 km

Flüsse der Welt

Drei Flüsse überschreiten die Marke von 6 000 km. Welcher der längste ist, hängt davon ab, wo man die Quelle ansetzt – der Nil und der Amazonas liegen nur rund 250 km auseinander.

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Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende · Kacheln © CARTO.

Flüsse entwässern rund zwei Drittel der Landfläche der Erde in die Ozeane. Ihre Länge wird vom entferntesten Quellzufluss bis zur Mündung gemessen – deshalb erscheinen viele Flüsse in der Literatur als Doppelnamen wie Mississippi-Missouri oder Ob-Irtysch. Die folgende Tabelle nennt die zehn längsten Flusssysteme der Erde.

Die zehn längsten Flüsse der Erde

FlussLängeMündungLänder am Lauf (Auswahl)
Nil6 650 kmMittelmeerÄgypten, Sudan, Südsudan, Uganda
Amazonas6 400 kmAtlantikPeru, Kolumbien, Brasilien
Jangtse6 380 kmOstchinesisches MeerChina
Mississippi-Missouri6 051 kmGolf von MexikoUSA
Jenissei-Angara5 539 kmKaraseeRussland, Mongolei
Gelber Fluss (Huang He)5 464 kmGelbes MeerChina
Ob-Irtysch5 410 kmKaraseeRussland, Kasachstan, China
Paraná-Río de la Plata4 880 kmAtlantikBrasilien, Paraguay, Argentinien, Uruguay
Kongo4 700 kmAtlantikDR Kongo, Republik Kongo, Sambia
Amur4 444 kmOchotskisches MeerRussland, China

Länge ist nicht gleich Wassermenge

Der Nil gilt als längster Fluss, doch beim Abfluss ist der Vergleich eindeutig: Der Amazonas führt an der Mündung rund 209 000 m³ Wasser pro Sekunde – etwa ein Fünftel des gesamten Süßwassers, das weltweit ins Meer fließt, und mehr als die nächsten sieben Flüsse zusammen. Sein Einzugsgebiet umfasst rund 7 Millionen km² und reicht bis an die Ostflanke der Anden. Der Nil dagegen verliert auf seinem Weg durch die Sahara so viel Wasser durch Verdunstung und Bewässerung, dass an der Mündung nur noch ein Bruchteil ankommt. Zweitgrößter Fluss nach Abfluss ist der Kongo mit rund 41 000 m³/s.

Auch die Länge selbst ist umstritten. Für den Nil wird meist die Quelle des Kagera in Burundi oder Ruanda angesetzt, für den Amazonas seit den 1970er-Jahren der Apurímac beziehungsweise der Mantaro in Peru. Je nach Wahl der Quelle und der Mündungslinie verschieben sich die Werte um mehrere Hundert Kilometer – weshalb beide Flüsse in verschiedenen Werken als „längster Fluss der Erde“ geführt werden.

Die großen Flüsse Europas

Europas längster Fluss ist die Wolga mit 3 531 km; sie mündet nicht ins Meer, sondern in das abflusslose Kaspische Meer, den größten See der Erde. Die Donau ist mit 2 857 km der zweitlängste und berührt zehn Staaten – mehr als jeder andere Fluss der Welt: Deutschland, Österreich, Slowakei, Ungarn, Kroatien, Serbien, Bulgarien, Rumänien, Moldau und die Ukraine. Der Rhein ist mit 1 233 km kürzer, aber die meistbefahrene Wasserstraße des Kontinents.

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